Gestern besuchte ich zusammen mit den anderen Mitgliedern der Arbeitskreise Landwirtschaft und Umwelt die Schäferei Wendelin Schmücker in Repmoor bei Winsen. Ich konnte mir dort ein Bild von den Schutzmaßnahmen machen, die die Weidetierhalter gegen den Wolf ergreifen müssen.

Einen Herdenschutzzaun zu errichten ist sehr mühsam, zeit- und kraftaufwändig. Mit der Motorsense muss zunächst das Gras niedergeschnitten werden, um den mobilen Zaun errichten zu können. Anschließend wird der Zaun sorgfältig verankert und befestigt. Das dauert viele Stunden.

Der Wolf braucht dagegen nur Sekunden, um diesen Herdenschutzzaun zu überwinden, wie uns Schäfer Mark Gersonde mit seinen Hunden eindrucksvoll demonstrierte. Selbst wenn der Wolf den Zaun im Sprung streift, bekommt er keinen Stromschlag, weil er sich in dem Moment in der Luft befindet und keinen Erdkontakt hat.

Nach der vom niedersächsischen Umweltministerium vorgelegten Wolfsverordnung darf ein Wolf erst dann entnommen werden, wenn er zweimal den Zaun überwunden und jeweils ein Tier gerissen hat. Bleibt es bei dieser Verordnung, wird wohl kaum noch ein Schäfer im Stande sein, seinen Betrieb zu erhalten.

Es geht den Schäfern dabei nicht in erster Linie um Geld. Es geht um das Leid, das sie zu ertragen haben, wenn sie die eigenen Tiere tot oder verendend auf der Wiese vorfinden. Ein Wolfsriss ist ein traumatisches Erlebnis; jederzeit damit rechnen zu müssen ist eine enorme Belastung für die Schäferfamilien, die viele nicht verkraften. Die Wolfsverordnung bedroht die Existenz der Weidetierhaltung. Damit steht auch der wichtige und wertvolle Beitrag auf dem Spiel, den die Weidetierhalter für den Erhalt der Kulturlandschaft und die Pflege der Deiche leisten.

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