Ein starker Standort

Besichtigung der Zuckerfabrik Uelzen auf Einladung Jörg Hillmers

Auf Initiative des Uelzener CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer kamen ich und weitere Fraktionskollegen aus den benachbarten Landkreisen am 13. Dezember zum Gespräch mit Vertretern der Zuckerfabrik Uelzen und anschließender Werksbesichtigung. „Unsere Rübenanbauer und mit ihnen die Nordzucker AG mit der Fabrik in Uelzen befinden sich in einer angespannten Situation. Auch die Landwirte aus den benachbarten Landkreisen liefern ihre Rüben nach Uelzen. Sie alle und die ganze Umgebung sind von der Entwicklung betroffen“, sagte Hilmer zum Auftakt.

„Rübenanbau und Vermarktung sind besonderen Schwierigkeiten ausgesetzt: Das Ende der EU-Zuckermarktordnung im September 2017 hat den Markt liberalisiert, es war das Ende von Quoten und festen Preisen in diesem Bereich. In Deutschland halten wir uns daran, viele EU-Staaten aber zahlen ihren Landwirten Extra-Gelder für die Rübenanbaufläche. Ganz vorne mit dabei ist Polen, inzwischen der größte Zuckerexporteur in die EU-Länder“, betonten Werksleiter Dr. Matthias Böker und Alexander Sick von der Unternehmenskommunikation der Nordzucker AG.

Die „gekoppelten Zahlungen“ in anderen EU-Ländern haben steigende Produktionsmengen und fallende Preise beim Zucker zur Folge. Alexander Sick zeigte auf: „Durch die Wettbewerbsverzerrung in der EU ist der Preis von August 2017 an inzwischen um 35 Prozent gefallen.“

„Wir verlangen keine Extra-Zahlungen oder Bevorzugung, sondern gleiche Wettbewerbsbedingungen in der EU“, brachte es Eckhard Hinrichs, Vorsitzender des Rübenanbauer- und Aktionärsverband-Nord auf den Punkt.

Zusätzlich zum verstärkten Einsatz aus der Abgeordnetenreihe erklärte Gudrun Pieper, Landtagsabgeordnete aus Walsrode, die mit Jörn Schepelmann, Landtagsabgeordneter für Bergen/Celle, Heiner Schönecke, Buchholz und mir nach Uelzen kam, dieses Anliegen in ihre Arbeit als Vorsitzende des Landtagsausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung aufzunehmen und auch zum Thema zu machen beim Ausschussbesuch im kommenden Frühjahr in Brüssel.

Auch die Ausweisung der „roten Gebiete“, im westlichen Landkreis Uelzen und benachbarten Landkreisen, die als nitratbelastet gelten, mit angekündigten drastischen Einschränkungen bei der Düngung sowie angekündigte Verbote von Pflanzenschutzmitteln machen den Rübenanbauern und Vertretern der Nordzucker AG Sorge.

„Bei den „roten Gebieten“ hat die CDU-Landtagsfraktion bei der Landesregierung eine Überprüfung aller Nitrat-Messstellen durchgesetzt. Auch bei weiteren Vorgaben und Auflagen der Landwirtschafts- und Umweltpolitik des Bundes setzt die Landtagsfraktion auf faktenbasiertes Vorgehen“,  so Jörg Hillmer erläuternd.

Georg Sander, zuständig für die Rübenbeschaffung der Zuckerfabrik Uelzen, hob hierzu hervor: „Bei Maßnahmen in der Landwirtschaftspolitik darf doch kein Weg daran vorbeiführen, biologische Grundlagen und Wechselwirkungen zu berücksichtigen. Gerade das Wachstum einer Pflanze bindet Wasser und Nährstoffe wie Nitrat. Bei unterversorgten, verkümmerten Pflanzen ist genau das, was man erreichen will, nicht mehr gegeben.“  

Zur Bedeutung eines funktionierenden Rübenanbaus unterstrich Werksleiter Dr. Böker: „In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind damit insgesamt 18.000 Arbeitsplätze verbunden.“