Besuch auf dem Hof Hartmann

Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast zu Besuch auf
F.R.A.N.Z.-Demonstrationsbetrieb in Lüneburg

Anlässlich ihrer diesjährigen Sommerreise besucht
die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin und Vorsitzende des
Stiftungsrates der Stiftung Kulturlandpflege Niedersachsen Barbara
Otte-Kinast einen Demonstrationsbetrieb des Projekts F.R.A.N.Z. in
Niedersachsen. Mit dabei war auch der Landtagsabgeordnete Uwe Dorendorf. Das Projekt zeigt durch seinen kooperativen Ansatz sowie
intensive wissenschaftliche Forschung und Beratung, wie es gelingen kann,
Felder ertragreich zu bewirtschaften und gleichzeitig die Artenvielfalt in
der Agrarlandschaft zu bewahren und zu erhöhen.

Der rund 220 Hektar große Ackerbaubetrieb der Familie Hartmann in der
Lüneburger Heide demonstriert, dass eine moderne, leistungsfähige
Landwirtschaft mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt vereinbar ist.
Gemeinsam mit Wissenschaftlern und einem Betriebsberater setzt Landwirt
Hartmann Naturschutzmaßnahmen auf knapp zehn Prozent seiner Fläche um. Der
Betrieb ist seit Anfang 2017 einer von zehn Demonstrationsbetrieben des
Dialog- und Demonstrationsprojekts F.R.A.N.Z., das auf zehn Jahre angelegt
ist und gemeinsam von der Umweltstiftung Michael Otto und dem Deutschen
Bauernverband umgesetzt wird.

„Der Klimawandel und die biologische Vielfalt werden für die Landwirtschaft
eine große Herausforderung bleiben.“ Ministerin Otte-Kinast ist davon
überzeugt, dass es ein „Weiter so“ nicht geben darf und hat deshalb die
„Niedersächsische Ackerbaustrategie“ auf den Weg gebracht. Dabei geht es
unter anderem um folgende Fragen: Wie stärken wir die Fruchtbarkeit des
Bodens? Welchen Beregnungsbedarf hat der Ackerbau aufgrund des Klimawandels?
Wie kann die gesellschaftliche Akzeptanz des Ackerbaus erhöht werden?

Welche Maßnahmen derzeit auf dem Betrieb erprobt werden, erläuterte der
Betriebsleiter Jochen Hartmann: „Wir haben dieses Frühjahr Extensivgetreide
mit blühender Untersaat, mehrjährige Blühstreifen sowie Erbsenfenster für
die Feldlerche im Getreide angelegt und konnten bei den Erbsenfenstern eine
höhere Siedlungsdichte von Feldvögeln im Vergleich zur intensiv
bewirtschafteten Landschaft feststellen. Auf Dünger und Pflanzenschutzmittel
wird bei diesen Naturschutzmaßnahmen verzichtet. Als Landwirte müssen wir
insbesondere die Nützlinge fördern, um die Biodiversität in die Fläche zu
bringen.“

Hartmanns Beispiel zeigt, dass Landwirtschaft und Naturschutz nur gemeinsam
im Dialog vorangebracht werden können. „Eine enge Zusammenarbeit aller
beteiligten Akteure aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik ist
notwendig, um die erfolgreich erprobten, praxistauglichen und wirtschaftlich
tragfähigen Naturschutzmaßnahmen zukünftig auch in entsprechenden
Förderprogrammen zu verankern. Nur so können wir sicherstellen, dass auch
viele andere Landwirte diese Maßnahmen auf ihren Betrieben umsetzen“,
verdeutlichen die Projektträger Umweltstiftung Michael Otto und Deutscher
Bauernverband.

Wissenschaftlich begleitet werden die zehn Demonstrationsbetriebe in
intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften durch verschiedene
Forschungseinrichtungen und Berater in den Projektregionen. Die Stiftung
Kulturlandpflege Niedersachsen berät den Landwirt Jochen Hartmann bei der
Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen. Die Förderung des Projekts erfolgt mit
Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, mit besonderer Unterstützung
des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, sowie durch das Bundesamt
für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit.