Imker mit Uwe Dorendorf zur Weiterbildung beim Institut für Bienenkunde in Celle

Auch für die Imkerei gilt das Motto des lebenslangen Lernens, denn kein Jahr ist wie das Vergangene! Der Imkerverein Wendland organisierte vor kurzem für seine Mitglieder sowie für die zwei weiteren Ortsvereine Dannenberg und Clenzer Schweiz eine Fahrt zum Institut für Bienenkunde nach Celle.

Auf Initiative von MdL Uwe Dorendorf (Mitglied im Imkerverein Wendland) hat sich Institutsleiter Prof. Dr. von der Ohe dreieinhalb Stunden Zeit für die Gruppe aus dem Wendland genommen. Bereits die durch Prof.Dr. von der Ohe zu eingangs über das Institut geschilderten Zahlen, Daten und Fakten brachten die Zuhörer zum Staunen. Über 1000 Bienenvölker werden vom Institut zu Forschungszwecken, zur Königinnenzucht aber auch zur Honiggewinnung gehalten. Auch im Landkreis Lüchow-Dannenberg wird dahingehend an Bienenvölkern geforscht.

Das dem Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unterstellte Institut ist nicht nur national sowie auch international tätig. Nicht nur für alle Belange der Bienenhaltung ist die Einrichtung eine namenhafte Adresse. Forschungen zur Auswirkung von Pflanzenschutz sowie der Landwirtschaft auf die Bienen sind nur zwei von vielen weiteren Tätigkeiten.

Nach der Einleitung im Lehrsaal gab es eine Führung durch das Institut. In den Laboren ging es um Themen wie der Krankheitsdiagnostik sowie auch der Honiguntersuchung. Prof.Dr. von der Ohe betonte noch einmal ausdrücklich die Wichtigkeit zur jährlichen Untersuchung der Bienenvölker auf Amerikanische Faulbrut. Er appellierte in diesem Zusammenhang an die anwesenden Imker die dazu notwendigen Futterkranzproben mit dem zuständigen Veterinäramt unbedingt einzuleiten. Diese Bienenkrankheit ist für den Menschen zwar ungefährlich aber für die Brut der Bienen absolut verheerend. Bei Befall kann die Vernichtung ganzer Völker angeordnet werden. Sporen dieser Krankheit konnten noch nach 70 Jahren in alten Bienenbehausungen nachgewiesen werden.

Die Honiguntersuchung auf Polleninhalte war eine weitere spannende Darbietung.

Mit einer Pollenanalyse ist man heutzutage in der Lage nicht nur das Land aus dem der Honig stammt zu bestimmen, sondern zusätzlich auch noch die Region. In einem Deutschen Bienenhonig dürfen daher Pollen aus anderen Ländern nicht zu finden sein. Sollte ein Imker seinen Bienenstand in der Nähe eines Botanischen Gartens haben, dann stellt dies aber kein Problem dar. Derartige Pollen sind wenn überhaupt nur marginal im Honig zu finden, denn Bienen bevorzugen Massentrachten.

Ein Gang durch die Werkstatt rundete die Führung im Gebäude ab.

Abschließend ging es in den Bienengarten. Hier war der Schwerpunkt auf Bienenweidegehölze sowie auf weitere Bienenpflanzen gelegt. Es wurde noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig es ist ganzjährig für Insekten eine Tracht zur Verfügung zu stellen. Der Imkerverein Wendland stellt auf seiner Homepage www.imkerverein-wendland-e-v.jimdo.com unter Bienenpflanzen viele Informationen dahingehend zur Verfügung. Der obligatorische Blick in ein Bienenvolk sowie Ausführungen zur Königinnenzucht beendete die Führung im Bienengarten.

Zurück im Lehrsaal stellte sich Prof.Dr. von der Ohe noch einmal den Fragen der Mitgereisten.

Abschließend kann man sagen, dass viele Eindrücke, neue Erkenntnisse sowie aber auch das Wiederlegen von alt hergebrachten Imkerweisheiten diesen schönen Tag zu einem vollen Erfolg machten. Es ist eben ein lebenslanges Lernen.

Das Institut für Bienenkunde in Celle hat am Sonntag den 01. September von 10.30 – 17.00 Uhr Tag der offenen Tür. Ein guter Tipp für einen Familienausflug.

Klaus Zwarg, 1. Vorsitzender Imkerverein Wendland e.V.