Uwe Dorendorf live im Plenum: „Wildbienen schützen“

Viele Wildbienen-Arten sind vom Aussterben bedroht. Die CDU-Fraktion sieht Handlungsbedarf und hat deswegen gestern einen Antrag mit verschiedenen Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen ins Plenum eingebracht. Uwe Dorendorf stellte in seiner Rede klar, dass nicht alleine Landwirte in der Pflicht seien. „Der erste Schritt wird im eigenen Vorgarten gesetzt“, sagte der Landtagsabgeordnete und spielte damit auf Steingärten an, die inzwischen 15 Prozent der Vorgärten ausmachen. Außerdem sollen die Kommunen Regelungen erlassen, die Gärten Wildbienen-freundlicher machen und kommunale Flächen entsiegeln.

Hier gibt es die Rede in Video-Form: https://www.facebook.com/UD.CDU/

Hier die Rede im Wortlaut:

Sehr geehrter Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Bienen sind wichtig. Blühende Wiesen und ein reich gedeckter Tisch sind keine Selbstverständlichkeit – sondern: All das haben wir der Bestäubung zu verdanken. Sogar die Gründer des Bürgerlichen Gesetzbuches waren sich schon im Jahr 1900 der Wichtigkeit der Bienen bewusst und haben deswegen die Imkerei mit einer eigenen Norm bedacht: Paragraph 961 BGB – Eigentumsverlust bei Bienenschwärmen.

Aber diese kleine Anekdote mal bei Seite gelassen – Das Bienensterben ist ein großes Problem und deswegen wollen wir uns mit diesem Antrag für die Wildbienen stark machen. In Sachen Wildbienen ist definitiv mehr Umweltschutz nötig. Um die Relevanz dieses Themas einmal zu verdeutlichen, ein paar Zahlen: In Deutschland leben etwa 580 verschiedene Wildbienenarten. 197 davon sind gefährdet. 31 Arten sind gar vom Aussterben bedroht. Das sind Zahlen, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, die sind bedrohlich, die können Szenarien mit einem langen Rattenschwanz auslösen. Doch wie sollten wir reagieren?

Es gibt hier einige Ecken im Plenum, da gucke ich mich jetzt mal eben um und sehe schon die entsprechenden Lippenbewegungen: „Das Problem muss die Landwirtschaft lösen!“ Nein, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, in diesem Punkt werden wir den Landwirten ganz gewiss nicht schon wieder den schwarzen Peter zuschieben!

Es gibt auch noch andere Menschen in unserem schönen Niedersachsen, die man mal verantwortlich machen sollte! Gerade deswegen gefällt mir unser Antrag so gut. Er setzt nicht nur bei einer einzigen Berufsgruppe an, sondern er nimmt auch die anderen Akteure in die Pflicht. Es sind nicht nur die Landwirte, die tätig werden müssen. Ich bitte doch mal den ein oder anderen Abgeordneten hier, seinen Blick in den eigenen Garten zu werfen. In privaten Gärten werden reichlich chemisch-synthetische Plflanzenschutzmittel eingesetzt – zum Leidwesen der Wildbienen. Wenn ich meinen Sonntags-Spaziergang durch die Nachbarschaft antrete, dann sehe ich in den Vorgärten vieles. Aber zu wenig Grünes. Ich sehe viel Beton, ich sehe viele Fliesen, ich sehe viele Pflastersteine und ich sehe viele Schottergärten.

Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, sage und schreibe 15 Prozent der deutschen Vorgärten sind versiegelt. Hier gibt es für Bienen rein gar nichts zu holen. Und da wollen Sie einzig und alleine die Landwirte zur Rechenschaft ziehen? Ich finde, wir machen das gut, wir fordern ganz zu recht: In Zusammenarbeit mit den Kommunen sollten wir zum einen Aufklärungsarbeit leisten und auf die negativen Auswirkungen versiegelter Gärten hinweisen. Zum anderen sollten wir bei Neubaugebieten  stärker darauf achten, dass die vorhandenen Vorschriften, eingehalten werden. Damit  Schottergärten gar nicht erst entstehen. Natürlich ist auch noch bei der Landwirtschaft Luft nach oben, aber man muss die verschiedenen Perspektiven sehen. Und wenn ich die Perspektive eines Großstädters einnehme, hier vielleicht mal vor oder nach der Plenarsitzung durch Hannover gehe, dann sehe ich: Auch hier ist noch viel zu machen. Flächen entsiegeln, Blühflächen einrichten – dazu sollten wir die Kommunen ermutigen. Honigbienen haben Imker, Wildbienen nicht. Wildbienen benötigen die „ Eh da Flächen. Eh da Flächen sind Flächen die eh da sind, aber nicht optimal im Sinne der Biodiversität genutzt werden : kommunal privat    und – landwirtschaftlich. Jeder kann helfen, jeder zählt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, dieser Antrag enthält viele gute Maßnahmen, die einem multiperspektivischem Ansatz gerecht werden und nicht nur den Landwirten den schwarzen Peter zuweisen.

Vielen Dank!

 

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